JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert.
Sie können manche Teile der Website daher leider nicht verwenden.
Titel wurde in den Warenkorb gelegt
titel
Titel wurde auf den Merkzettel übetragen
titel
schlie?en
drucken

Das Beste aus allen Welten

Hubertus Schumacher

Hubertus Schumacher

© Die Fotografen / Charly Lair











HUBERTUS SCHUMACHER
ist auf Zivilprozessrecht spezialisiert.
Als Anwalt in seiner Innsbrucker Kanzlei,
als Professor an der Universität und als
Richter im Fürstentum Liechtenstein.


Er ist auf der Durchreise in Wien. Treffpunkt Café Landtmann, Samstag 11 Uhr. Am Nachmittag wird er mit seiner Frau und der 12-jährigen Tochter Felicitas nach Budapest weiterreisen. Es sind Osterferien und Hubertus Schumacher möchte seiner Familie Ungarn zeigen. Seine Großmutter war Ungarin, die Sprache hat er allerdings nie gelernt, weil er ja in Innsbruck aufgewachsen ist, als einziger Sohn in einer Tiroler Juristenfamilie. Aber ein paar Verwandte gebe es noch in Ungarn, die wolle er besuchen. Hubertus Schumacher ist gut gelaunt und freut sich auf die Reise. Er ist mit dem Zug unterwegs, „viel bequemer als lange Autofahrten“, sagt er.

Hubertus Schumacher ist viel unterwegs, aber, wie er sagt, „in Tirol fest verankert“. Geboren Ende 1952 wuchs er in Innsbruck auf und besuchte das Gymnasium. Er entdeckte bald, dass ihm Sprachen mehr als Naturwissenschaften lagen. Zudem mochte er die Gespräche zwischen seinem Vater und seinem Großvater, die beide stets mit einem juristischen Blick Sachverhalte des täglichen Lebens durchleuchteten. Bei der Matura war deshalb klar: Schumacher würde, der Familientradition folgend, so wie sein Großvater Anwalt werden. Er inskribierte 1971 in Innsbruck und entdeckte schnell die Vorliebe für Zivil- und Zivilprozessrecht. Als ihm sein Professor Rainer Sprung eine Assistentenstelle am Institut für Zivilverfahrensrecht anbot, nahm er an und lernte das wissenschaftliche Arbeiten von der Pike auf. „Während des Gerichtsjahrs merkte ich, dass mir die Arbeit an der Front fehlt“, erinnert er sich und meint den Gerichtssaal, die Gegner und die Konfrontation.

Ab 1977 zog er für die Innsbrucker Kanzlei Hobmeier und deren Klienten vor Gericht. Er spezialisierte sich auf Zivilrechtssachen, wurde 1982 Partner und machte sich 1996 schließlich ganz unabhängig. Über die Jahre entwickelten sich in seiner Kanzlei Schwerpunkte in Schiedsgerichtssachen, Insolvenz- und Bankenrecht, parallel blieb er der Universität jedoch stets treu und hielt so gut wie jedes Semester Vorlesungen. 2008 wurde er zum Professor für Zivilverfahrensrecht in Innsbruck ernannt. „Ich freue mich, den Studierenden als Praktiker etwas beibringen zu können“, sagt er. Auch das Publizieren von Büchern gehört für ihn zum akademischen Engagement. Seit seiner Habilitation im Jahre 1995 ist er MANZ-Autor und hat mehrere Monografien publiziert, zum Beispiel auch zur Zwangsvollstreckung von Wertpapieren. Sein jüngstes Buch hat er zusammen mit Barbara Köllensperger und Martin Trenker geschrieben: Es ist ein Kommentar zur EU-Kontenpfändungsverordnung.

Aber auch staatliche Gerichtsbarkeit gehören zu Hubertus Schumachers beruflichem Terrain. 2006 bekam er ein Angebot, für den Fürstlichen Obersten Gerichtshof in Liechtenstein zu arbeiten, 2015 übernahm er dessen Präsidentschaft. Die Herausforderung: Liechtenstein hat viele Elemente des österreichischen Rechts, vor allem in der Zivilprozessordnung, allerdings auch Rechtsgebiete aus dem anglo-sächsischen Bereich, etwa das Trust-Recht, und aus der Schweiz integriert, deshalb sei permanente Rechtsvergleichung sein tägliches Brot. „Ich muss sakrisch in dieser Rechtsmischkulanz aufpassen“, sagt er im gepflegtesten Tirolerisch. Was Schumacher freut: MANZ wird mit ihm den Schritt über eine Grenze wagen und ein Handbuch zum liechtensteinischen Zivilprozessrecht herausgeben.

Bei all seinem Engagement hat Hubertus Schumacher aber ganz offensichtlich die Ruhe weg. Vielleicht liegt das auch an seinem Kurzhaarcollie Findus, der ihn zu täglich ausgedehnten Spaziergängen animiert. „Der Hund weiß vor mir, wann ein Schriftsatz fertig sein wird“, lacht der Anwalt. Fünf Minuten von seiner Kanzlei, die übrigens im Erdgeschoss seines Hauses ist, beginnen Wanderwege. „Gehen, das brauch ich“, sagt er. Seine Frau Christine ist ebenfalls Juristin. Die Kanzlei Schumacher ist Family-Business.

Was man dem heute mit Tweedjacke und Krawatte eher konservativ gekleideten Juristen nicht ansieht, ist seine Leidenschaft für Jimi Hendrix, für Blues und für Jazz. Schumacher ist seit seinem 15. Lebensjahr Schlagzeuger in seiner Band „Spurius Forum“. Man macht gitarrenlastigen Blues, „immer noch“. Schumachers musikalischer Höhepunkt als Schlagzeuger war eine CD-Aufnahme mit dem Komponisten und Jazzmusiker Werner Pirchner in den 1970er-Jahren. Jazz mag er bis heute. „Für ein gutes Jazz-Konzert fahre ich bis nach Südfrankreich.“

Karin Pollack

 
  • Hubertus Schumacher; Barbara Köllensperger; Martin Trenker

    EuKoPfVO

    Kommentar zur EU-Kontenpfändungsverordnung

    MANZ Verlag Wien
    ISBN: 978-3-214-01328-8 - Fester Einband
    XXVI, 340 Seiten, 2017
    84,00 EUR inkl. MwSt.
    Sofort verfügbar oder abholbereit
    Auf den Merkzettel In den Warenkorb